20.02.26 –
Dafür setzt sich die Mehrheitsgruppe SPD/Grüne mit den beiden in den Kreistag eingebrachten Anträgen ein, die heute im Kreistag verabschiedet wurden. Mit den Beschlüssen werden ein Konzept zur Erinnerungskultur auf den Weg gebracht und die Voraussetzungen für eine Einsamkeitsstrategie geprüft.
Die Verwaltung wird beauftragt, bis Anfang 2027 ein Gesamtkonzept für die Erinnerungskultur im Landkreis zu erarbeiten. Ziel ist es, Gedenkarbeit, Bildung und Demokratieförderung besser zu bündeln und klar zu steuern. Hintergrund sind zunehmende Angriffe auf Gedenkorte und Versuche, Geschichte umzudeuten. Der Landkreis unterstützt bereits zahlreiche Einrichtungen und Projekte. Künftig sollen Ziele, Zuständigkeiten und Kooperationen verbindlich festgelegt werden.
Doris Glahn, SPD-Kreistagsfraktion, erklärt: „Erinnerungskultur ist ein zentraler Bestandteil einer demokratischen und offenen Gesellschaft. Die bisher schon vielfältigen erinnerungskulturellen Aktivitäten im Landkreis können durch ein Gesamtkonzept zielgerichteter gefördert werden. Hierzu sollen regionale Einrichtungen und Träger der Erinnerungskultur miteinander vernetzt und Kooperationen unterstützt werden.“
Maria Gerl-Plein, Grüne Kreistagsfraktion: „Erinnerung hat viele Aspekte. Zwei der wichtigsten sind: Erstens, den Menschen, die unter Gewalt, Demütigung und Entrechtung gelitten haben, ein Gesicht und einen Namen zu geben, ihnen ein Denkmal zu setzen. Zweitens, uns allen heute vor Augen zu führen, wie schnell eine Gesellschaft kippen kann, wenn Ausgrenzung von und Gewalt gegen andere Menschen akzeptiert und alltäglich wird.“
Zudem beschloss der Kreistag einen Prüfantrag für eine integrierte Einsamkeitsstrategie. Die Verwaltung soll zunächst klären, welche personellen und finanziellen Mittel nötig wären, welche bestehenden Projekte genutzt werden können und welche Förderprogramme infrage kommen.
Klaudia Hanisch, Grünes Kreistagsfraktion, betonte: „Einsamkeit ist kein privates Problem und keine Charakterschwäche – sie ist eine gesellschaftliche Herausforderung. Wer sich dauerhaft ausgeschlossen fühlt, verliert Vertrauen. In andere Menschen und irgendwann auch in unsere demokratischen Institutionen. Deshalb müssen wir Einsamkeit politisch ernst nehmen und Strukturen stärken, die Begegnung, Selbstorganisation und Zugehörigkeit ermöglichen.“
Christa Bauer-Schmidt von der SPD-Kreistagsfraktion, erklärt weiter: „Einsamkeit ist kein Phänomen anonymer Großstädte – wir brauchen eine interdisziplinäre Einsamkeitsstrategie. Es ist ein gesamtgesellschaftliches Problem.“
Mit beiden Beschlüssen setzt der Kreistag klare Zeichen für Demokratie und sozialen Zusammenhalt im Landkreis Göttingen.
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