
12.07.18 –
SPD, GRÜNE und Freie Wähler bedauern die Absage des Niedersächsischen Innenministeriums, die derzeit in der BBS II befindliche Zwangsarbeiterausstellung in das Museum Friedland zu integrieren. „Mit dem Umzug sollte die Ausstellung sinnvoll und schlüssig in ein größeres Konzept eingebunden und vor allem langfristig einem deutlich erweiterten Besucherkreis zugänglich gemacht werden. Beide Ausstellungen haben durch ihre anerkannt hohe Qualität das Potenzial, gemeinsam weit über den Landkreis Göttingen hinaus wichtige Impulse zu aktuellen Diskussionen über Flucht und Vertreibung von Kriegsopfern, über Aufnahmebereitschaft und Integration, ergänzend aber auch über die Inhumanität von in ihren Heimatländern gewaltsam der Freiheit beraubten und durch Zwangsarbeit ausgebeuteten Menschen zu liefern”, so die drei Fraktionsvorsitzenden Reinhard Dierkes (SPD), Martin Worbes (GRÜNE) und Lothar Dinges (FWLG).
„Daher nehmen wir mit Verwunderung zur Kenntnis, dass die Gruppe Die Linke/Piraten/Partei im Kreistag diese Absage ausdrücklich begrüßt. Was hätte der Zwangsarbeiterausstellung Besseres passieren können, als eine Integration in die Friedländer Ausstellung?”, sind sich die drei Fraktionsvorsitzenden sicher. „Wenig Verständnis bringen wir darüber hinaus gegenüber der Kritik mangelhafter Unterstützung der Zwangsarbeiterausstellung auf. Der Kreistag hat mit den Stimmen von SPD, GRÜNEN und FWLG den Zugang zur Ausstellung in der BBS II mit einem sechsstelligen Betrag überhaupt erst möglich gemacht und trägt die laufenden Raumkosten. Wenn Bemühungen um eine Weiterentwicklung des Konzeptes und Verbesserung der Zugänglichkeit als „Entsorgung des Themas“ verunglimpft werden, kann diese Aussage nur als billige Polemik verstanden werden. Aus unserer Sicht ist die Ausstellung zu wichtig, um als Mittel der Profilierung einer lokalpolitischen Gruppierung herzuhalten”, meinen die Vorsitzenden.
Die dauerhafte Einbindung in ein Konzept, das der Bedeutung des Themas Zwangsarbeit im Dritten Reich gerecht wird, muss weiterhin Ziel möglichst aller im Kreistag vertretenen Parteien sein, fordern SPD, GRÜNE und Freie Wähler.
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