

12.12.22 –
Im Laufe dieser Woche sinken die Temperaturen deutlich unter die Nullgradgrenze. Aushaltbar, wenn man sich abends in die eigenen vier Wände zurückziehen kann. Lebensbedrohlich, wenn man diese nicht hat. In Göttingen gibt es Wärmeplätze - zu wenige und nahezu ausnahmslos für Männer. Die wohnungslosen oder von Wohnungslosigkeit bedrohten Frauen und nicht selten auch ihre Kinder haben keine Stelle, an die sie sich wenden können. Ein Ratsantrag der GRÜNEN Ratsfraktion will dies nun ändern.
„Wohnungslose Frauen benötigen besondere Schutzräume und von denen gibt es schlichtweg zu wenige in Göttingen," erläutert Leonie Engelbert, Mitglied der Grünen Ratsfaktion und des Sozial-Ausschusses, die Ausgangslage. „Nicht selten haben die Frauen Traumaerfahrungen, sind wohnungslos aufgrund einer Flucht vor häuslicher Gewalt und suchen Schutz für das eigene Leben und/oder das ihrer Kinder. Eine Unterbringung mit Männern in Gemeinschaftsunterkünften, egal welcher Art, ist also ausgeschlossen und für den Aufbau einer Unterkunft speziell für Frauen haben wir dieses Jahr keine Zeit, denn jetzt ist Winter."
„Deswegen schlagen wir vor, dass die Stadtverwaltung ein ausreichendes Kontingent an Pensions- und Hotelzimmern zur Verfügung stellt - schnell und ohne bürokratische Hürden," erläutert Cornelius Hantscher, ebenfalls Mitglied im Sozialausschuss, die Idee des Antrags der Grünen. „Das ist jedes Semester aufs neue möglich, wenn viele Erstsemester auf zu wenig Wohnraum in unserer Stadt treffen."
Die so zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten sollen den dringend notwendigen Bedarf bis Ende der Heizperiode decken. Der Antrag der Grünen sieht darüber hinaus vor, dass der Runde Tisch Obdachlosenhilfe wieder ins Leben gerufen wird. In einem weiteren Schritt soll außerdem die Realisierung des Housing-first-Konzeptes für Göttingen konsequent angegangen werden: Housing first beruht auf der Annahme, dass Wohnen ein Menschenrecht ist. Bislang Wohnungslosen werden Mieträume zur Verfügung gestellt - ohne Druck und Auflagen. Ausgehend davon und mit psychosozialer Begleitung kann der gesellschaftliche Anschluss wieder gelingen.
Housing first sei das einzige Prinzip, das nachweislich dafür sorgt, die Wohnungslosigkeit Betroffener langfristig zu beenden. Mit der sinkenden Wohnungslosigkeit gingen außerdem niedriger Alkoholkonsum und weniger Kriminalität einher. "Alles nicht unerhebliche Faktoren für eine gesunde Stadt, in der ausnahmslos alle gut zusammenleben können," so Hantscher abschließend.
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