Eröffnung des Erinnerungswegs für Alexander Selchow in Rosdorf

17.11.22

Am kommenden Sonntag, 20. November 2022, wird in Rosdorf der Alexander Selchow Erinnerungsweg eröffnet. Die Veranstaltung beginnt um 14 Uhr im Familienzentrum, bitte wetterfeste Kleidung anziehen. Entstanden ist das Projekt auf Initiative der Rosdorfer Grünen.

Zum Intergrund: Alexander Selchow wurde in der Sylvesternacht 1990/91 in Rosdorf von rechtsextremen Skinheads erstochen. Im vergangenen Jahr beschlossen Orts- und Gemeinderat einstimmig, ein Gedenkprojekt ins Leben zu rufen, um an die damaligen Vorfälle zu erinnern. Im April 2022 fand eine sehr gut besuchte Auftaktveranstaltung in Rosdorf statt, bei der Erinnerungen ausgetauscht und wichtige Orte für einen künftigen Erinnerungsweg durch die Gemeinde vorgeschlagen wurden.

Im Juli und August führten Abiturient*innen aus der Region in Rosdorf Gespräche mit Zeitzeug*innen. Diese erinnern sich in den Interviews an die Zeit vor über 30 Jahren, aber auch an die Auswirkungen, die der Mord bis heute für die Gemeinde hat. Die Gespräche wurden von den Jugendlichen gefilmt und geschnitten. Sie werden dauerhafter Bestandteil des Erinnerungswegs durch Rosdorf und sind per QR-Code an zehn Orten in der Gemeinde mit dem Handy abrufbar.

Mitglieder aus allen im Gemeinde- und Ortsrat vertretenen Parteien und Gruppen haben konstruktiv und freundschaftlich das Projekt umgesetzt. Viele Rosdorfer*innen beteiligten sich als Interviewparter*innen, mit Ideen, großem Interesse, ihrer Bereitschaft, sich lange vergangenen Vorfällen zu stellen, aber auch mit Kritik. „Wir finden, hier ist ein gemeinschaftlicher Erinnerungsprozess entstanden, der Rosdorf voranbringt, aber auch ein Vorbild für andere Gemeinden sein kann, in denen es ebenfalls rechte Morde oder Vorfälle mit rechtsextremem Hintergrund gegeben hat oder gibt“, heißt es in der Erklärung.

Nähere Infos unter www.alexander-selchow.de

 

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